Die Ausgangslage

Nur 1/5 der Fläche Vorarlbergs kann aufgrund der Topographie und des Klimas ganzjährig bewohnt werden. Grund und Boden sind knappe Güter, mit denen sparsam umgegangen werden muss. In der Realität ist der Umgang mit Flächen in unserem Land nicht wirklich sparsam:

Vorarlberg verfügt über einen Überhang an Bauland und Betriebsfläche, d.h. ein Teil der gewidmeten Grundstücke ist unbebaut. Dennoch werden im Schnitt jeden Tag immer noch mehr als 1.200 m2 Grünland in Bauland umgewidmet. Das obwohl die ungenutzte Baulandfläche mit 3.600 Hektar so groß ist, dass die Vorarlberger Bevölkerung, bei heutiger Bebauungsdichte, sich fast verdoppeln könnte. Zusätzlich befinden sich in Vorarlberg unzählige leerstehende oder nur teilweise genutzte Gebäude. Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 liegt der Leerstand bei 8.400 Wohnungen. Es bestehen auch annähernd 290 Hektar an gewidmeter ungenutzter Betriebsgebietsfläche, dennoch finden für Betriebe vermehrt Widmungen sogar in die Landesgrünzone statt.

Das bereits gewidmete Bauland ist als Wertanlage begehrt und auf dem Markt kaum verfügbar. Die politischen Instrumente zur Regelung des Bodenmarktes scheinen nicht zu greifen. Der Umwidmungsdruck auf Gebiete, die nicht für eine Bebauung geeignet sind, steigt. Um die Spirale des Bodenverbrauchs nicht weiter zu befeuern, ist es von zentraler Bedeutung, mit den bereits gewidmeten Bauflächen langfristig ein Auskommen zu finden.

Bodenverbrauch und Bodenversiegelung zählen zu den großen umwelt- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen und die Zahlen und Fakten belegen den dringenden Handlungsbedarf. Der Verein Bodenfreiheit hat Dank seiner politischen Arbeit und Bewusstseinsbildung maßgeblich zu einer breiten Diskussion beigetragen: Der Umgang mit Grund und Boden ist in Vorarlberg zum wichtigen Thema geworden.

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